Bundesweite Razzia bei Ku Klux Klan

Sie nannten sich "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland". Nun hat die Polizei zugeschlagen. Bei der Großrazzia in acht Bundesländern wurden mehr als 100 Waffen sichergestellt.

Bundesweite Razzia bei Ku Klux Klan

Chatprotokolle aus einem beschlagnahmten Handy brachten die Ermittler auf die Spur: Im ganzen Bundesgebiet stattete die Polizei mutmaßlichen Mitgliedern einer kriminellen Vereinigung namens "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland" unangemeldeten Besuch ab. "Die Mitglieder eint ihre rechte Gesinnung, die sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus äußert", teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Stuttgart mit. Mitglieder des Netzwerks planten ihre Bewaffnung und hegten "Gewaltfantasien", hieß es. Insgesamt geht es demnach um 40 Personen, besonders im Fokus der Ermittler stehen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren. Von Festnahmen oder Haftbefehlen war zunächst nichts bekannt.

Die Beamten durchsuchten zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten.

Bei der Aktion beschlagnahmten die Ermittler insgesamt mehr als 100 Waffen. Unter ihnen sind Schreckschusspistolen, eine Vielzahl von Schwertern und Macheten, Faust- und Butterflymesser, Wurfsterne und Teleskop-Schlagstöcke. Die Mitglieder der Gruppe organisierten sich den Angaben zufolge über das Internet, die Gruppe finanzierte sich durch die monatlichen Mitgliedsbeiträge. Ob sie tatsächlich Verbindungen zum Ku Klux Klan in den USA unterhält, ist fraglich. Immer wieder tauchen in Deutschland Gruppen auf, die sich namentlich auf die rassistische Organisation beziehen, die in weißen Kutten und mit brennenden Kreuzen versuchte, die nicht-weißen Teile der US-Bevölkerung einzuschüchtern.

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